Die Produktion unserer Naturseifen - Willkommen in der Hexenküche der Seifen-Bar


Diese extra Küche dient ausschließlich der Herstellung unserer von Hand kaltgerührten Naturseifen. Heute möchte ich euch mit einem kurzen Video in unsere Produktion mitnehmen und euch erklären, wie Naturseifen hergestellt werden.

 Zu Beginn sollte geklärt werden was Naturseifen eigentlich sind und was der Unterschied zu Duschgel und Kernseife ist:

 „Richtige“ Seifen bestehen aus einer Lauge (Natron- und Kalilauge), die mit Fetten verseift. Dabei entstehen Glycerin und Alkalisalze. Die Basis aller Seifen sind Fette und Öle. Vor allem in der Massenproduktion werden Seifen oft auf Basis tierischer Fette hergestellt. Dieser Talg ist besonders günstig, da es sich um Schlachtabfälle handelt. Um den Geruch zu überdecken wird den Seifen häufig eine sehr große Menge Parfüm hinzugefügt. Naturseifen werden mit pflanzlichen Fetten und Ölen hergestellt und kommen ohne oder mit sehr wenig Parfüm aus und werden hauptsächlich mit ätherischen Ölen parfümiert. 

Kernseife ist sicherlich jedem ein Begriff. Sie wird entweder auf Basis pflanzlicher oder tierischer Fette hergestellt. Das bei der Verseifung natürlich entstandene Glycerin, welches die Haut pflegt, wird abgeschieden, sodass nur die reine Seife übrigbleibt. Vielleicht habt ihr auch schon einmal von Gallseife gehört. Das ist ebenfalls Kernseife, der Rindergalle hinzugefügt wird, um die Reinigungskraft zu verstärken. Die am weitesten verbreitete Seife ist Feinseife. Sie ist genau genommen auch Kernseife, denn auch hier ist kein Glycerin mehr enthalten. Allerdings riecht sie gut und sieht gut aus, denn es werden Parfüm und Farbstoffe verwendet. Tierische Fette erkennt ihr übrigens unter dem Inhaltsstoff „Sodium tallowate“.

Doch die meisten „Seifen“ und Duschgels, die verkauft werden sind eigentlich keine klassischen Seifen, sondern enthalten synthetisch hergestellte waschaktive Substanzen und meistens Verdickungs- und Konservierungsstoffe (vor allem bei den flüssigen Varianten). Falls ihr in einer Inhaltsangabe also zusätzlich „Glycerin“ oder ein Tensid „Sodium...“ seht, handelt es sich nicht um klassische Seife. 

Nun komme ich zur Herstellung unserer Naturseifen:

Unsere Naturseifen bestehen ausschließlich aus pflanzlichen Fetten die mit einer Lauge (NaOH) verseift werden. Die fertige Seife enthält kein NaOH mehr, denn die Lauge verbindet sich mit den Fettsäuren zur Seife. Daher ist das Verhältnis aus Lauge und Fett sehr wichtig und muss sehr genau ausgerechnet und später abgewogen werden. Die ersten Schritte bei der Seifenherstellung sind also alle Inhaltsstoffe genau abzuwiegen. Zuerst werden die flüssigen Öle wie zum Beispiel Olivenöl oder Rapsöl abgewogen. Danach werden die festen Fette, wie Kakaobutter oder Sheabutter, abgewogen und langsam geschmolzen. In der Zwischenzeit wird das NaOH abgewogen. Dieses muss in einer Flüssigkeit zur Lauge angerührt werden. Als Flüssigkeit verwenden wir destilliertes Wasser, Kräutertee oder auch Bio-Milch. Die Lauge wird sehr schnell heiß und es bilden sich Dämpfe. Deshalb benötigen wir eine Schutzbrille und Handschuhe. Nun messen wir die zusätzlichen Zutaten ab. Dabei handelt es sich zum Beispiel um ätherische Öle, Kräuter und Rückfetter. Rückfetter sind sehr hochwertige Öle, die erst nach der Verseifung hinzugegeben werden und somit nicht verseift werden und zur Pflege und Rückfettung der Haut erhalten bleiben. Wenn die Lauge und Öle etwas abgekühlt sind und die richtige Temperatur haben, wird die Lauge zu den Ölen gegeben und das Gemisch wird mithilfe eines Stabmixers angedickt. Sobald die Masse etwas dicker ist, werden die zusätzlichen Zutaten dazugegeben und die Seife kann in Blöcke oder Formen gegossen werden. Nun wird die Seife mit Handtüchern abgedeckt und ruht einen Tag, bevor sie aus den Formen genommen und eventuell geschnitten wird. Die meisten Seifen bearbeiten wir noch etwas nach, damit es keine scharfen Kanten gibt und die Seifen gut in der Hand liegen. Nun müssen die Seifen zwischen 4 und 8 Wochen gelagert werden, in dieser Zeit wird die Seife härter und milder.


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